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Bekomme ich die Information?


oder: Sind Sie fit für einen berliner Medienslalom?

In einer honorigen Zeitschrift mit dem Namen BERLIN-BRANDENBURGISCHES handwerk und dem Untertitel Magazin der Handwerkskammer Berlin entdeckte ich einen Beitrag, der dem Leser ein Buch ans Herz legt, welches FrauenUNTERNEHMEN 2007 heisst. Um dieses Werk zu erhalten, möge man sich an eine der 500 Verteilerstellen in Berlin und dem Umland begeben. Um diese zu erfahren, wird der Leser auf eine Webseite verwiesen. Und wer sich auf der Seite ein wenig umschaut, findet den nach dieser Informationsralleye etwas komödiantlisch wirkenden HInweis, dass man sich für den Fall des Mangels an Büchern an der aufgesuchten Verteilstelle doch glatt an die Herausgeberinnen wenden möge.

Die Liste der munteren Medienbrüche lässt mich zwei verschieden Ratschläge geben, die unterschiedlich ernst gemeint sind, falls ich die Intention des Buches überhaupt richtig verstehe.

  1. Wenn durch die Auftraggeber steuerbar(!) schon alle aufgezählt werden, die mit dem Buch zu tun haben, dann gehören in die Schnitzeljagd zwischen Interessent und Buch aber auch noch mindestens Druckerei und Logistikdienstleister aufgezählt, bei denen immerhin auch noch etwas liegen könnte.
  2. Die Auflage eines solchen Buches ist naturgemäß begrenzt bei abnehmender Nutzung dieses Mediums für zeitkritische Recherche. Da wäre es doch geradezu zeitgemäß, die im Buch abgedruckten Informationen auch als .pdf oder Datenbank ins Internet zu stellen. Das wäre jedenfalls für die im Buch vorgestellten Frauen vermutlich erfolgreicher als die reine Papierlösung. Oder zielte die Wohltat diese Aktion sowieso nur auf die Macher des Buches, die eingesetzte Druckerei und/oder die Staatssekretärin, die als einzige namentlich in der Ursprungsmeldung genannt wird? Das möge jeder selbst beurteilen.

Um die Chancen für Kommentare auf diese nicht bestellte und trotzdem gelieferte Beratung noch zu erhöhen, möchte ich noch fragen, ob ein solches Projekt immer noch nötig ist und was die Leser von dieser sich zementierenden Bevorzugung mal von Frauen und mal von anderen Gruppen halten. Oder anders herum: Ist Ihnen der Mix aus Qualität und Preis für ein Produkt wichtiger oder die Zugehörigkeit einer am Prozess der Herstellung oder Verteilung beteiligten Person zu irgendeiner Gruppe? Haben Sie bitte kein schlechtes Gewissen, wenn auch Sie die ökonomisch einleuchtendere Antwort ansprechender finden…

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